Böllerschützen

"Der GTEV "Kranzlstoana Karlstein" läßt altes Brauchtum wieder aufleben." - so stand es im Januar 1974 im Reichenhaller Tagblatt.

Bereits in den 20er Jahren besaßen die Karlsteiner und Nonner drei sogenannte Steinhammerböller und drei sogenannte Martiusböller. Es wurde damals in Karlstein und Nonn an Weihnachten , Sylvester und bei anderen Festlichkeiten geschossen. Aber auch bei Gefahren wie zum Beispiel bei Bränden wurde damit die Bevölkerung alarmiert.

Die Chronik erzählt weiter, daß bereits 1930 bei der Aufstellung des Zwieselkreuzes vom Trachtenverein mit Handböllern geschossen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Böller verboten.

Ende der 50er Jahre erwarben der Veteranen- und der Trachtenverein den Sirius-Standböller, mit dem auch heute noch bei Beerdigungen und Heldengedenken geschossen wird. Ab dieser Zeit tauchen auch wieder die Handböller auf. Bei Hochzeitsschießen wurde immer mehr mit den Handböllern geschossen.

Um diese Handböller zu legalisieren, führte man im Dezember 1972 Verhandlungen mit den zuständigen Behörden. Am 6. Juni 1973 fand beim Moserwirt in Karlstein die Gründungsversammlung der Böllergruppe statt. Sie zählte damals 19 Mitglieder, welche bereits am 30. Mai 1973 die Sachkundeprüfung abgelegt hatten.

Damals wurde Georg Fuchs (Jodlbauer) zum ersten Schützenmeister gewählt, da er es war, der sämtliche Verhandlungen mit den Behörden geführt und die Vorbereitungen für die Gründung der Gruppe getroffen hatte. Zum zweiten Schützenmeister wurde Ludwig Hillebrand, zum Schriftführer Karl Ritter und zum Kassier Dieter Mayer gewählt.

Die Gruppe zählt mittlerweile 44 aktive und 12 passive Mitglieder, die sich in bestimmten Abständen in ihrem Vereinslokal, den „Karlsteiner Stuben“ treffen.

Die Mitglieder der Gruppe haben sich zur Aufgabe gemacht, einen der ältesten alpenländischen Bräuche, wieder aufleben zu lassen.